Einstieg ins Bibel lesen: Ein paar Tipps für alle, die mehr im Buch der Bücher lesen wollen

„Aller Anfang ist schwer“, so sagt man für gewöhnlich. Auch ich muss sagen: Am Anfang fiel mir das Bibel lesen nicht gerade leicht. Vor einigen Jahren hatte ich mir vorgenommen, in einem Jahr das Neue Testament zu lesen. Anfangs hatte ich daran nicht so sehr viel Freude. Vieles verstand ich nicht. Nach einigen Wochen wurde die Bibel für mich aber immer klarer. Mittlerweile habe ich die Bibel schon mehrfach komplett gelesen und den Spaß daran nicht verloren. Aus meinen Erfahrungen möchte ich euch mit diesem Blogeintrag ein paar Tipps geben, wenn ihr neu mit dem Bibel lesen anfangen wollt bzw. neue Freude daran finden möchtet.

1. Am Anfang kann ein Plan helfen

Ein Problem beim Bibel lesen ist, dass man wegen dem Umfang des Buches nicht immer ganz genau weiß, wo man anfangen soll. Viele beginnen die Bibel vorn zu lesen und lesen sie nach hinten durch. Doch nicht wenige scheitern besonders an Büchern wie dem 3. Buch Mose, dem Richterbuch oder anderen schweren Büchern. Ich habe mit dem Neuen Testament begonnen und es in einem Jahr gelesen. Auch ein Bibelleseplan, bei dem ein bisschen Abwechslung gegeben ist, kann helfen. Es gibt verschiedene Apps, in denen Bibellesepläne zu finden sind. Beispielsweise die Bibel-App von YouVersion enthält eine ganze Reihe von Leseplänen, mit denen ihr die Bibel thematisch oder auch ein Buch kontinuierlich durchlesen könnt. Auch die Bibel-App der Deutschen Bibelgesellschaft enthält mehrere Pläne. Pläne sind deswegen empfehlenswert, weil sie durchdacht sind und systematisch dabei helfen, die Bibel zu entdecken. Meine persönliche Empfehlung sind zwei Bibellesepläne der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft fürs Bibellesen. Von dieser Arbeitsgemeinschaft gibt es den Bibelleseplan und den Bibelleseplan kompakt. Der erste führt euch in 8 Jahren durch das komplette Buch der Bücher, während der zweite euch in 8 Jahren durch das komplette Neue Testament und entscheidende Teile des Alten Testamentes führt. Sie bieten dabei kleine Leseportionen für jeden Tag, sodass ihr nicht zu viel lesen müsst und in Zeitnot kommt.

2. Weniger ist mehr

Letztes Jahr habe ich die Bibel in einem Jahr durchgelesen. Das bedeutet, dass man etwa 3-4 Kapitel pro Tag lesen muss. Und sobald man es einen Tag nicht geschafft hat, musste man, um im Zeitplan zu bleiben, gleich doppelt so viel lesen. Ihr merkt: Von dem schnellen Bibel lesen bin ich nicht so begeistert. Allenfalls mit einer Hörbibel könnte ich mir so etwas vorstellen. Für mich war ein weiteres großes Problem, dass ich am Ende zwar viel gelesen hatte, aber es sich so ein bisschen wie Fast Food anfühlte: Wirklich geistlich gesättigt habe ich mich nicht gefühlt. Ich habe über das Gelesene nicht so viel nachgedacht. Was ich damit sagen will: Beim Bibel lesen ist weniger mehr. Deswegen habe ich auch oben die Bibellesepläne mit den überschaubaren Portionen empfohlen. Es bringt mehr, einen kurzen Abschnitt intensiv zu lesen und darüber richtig nachzudenken, als lange Abschnitte oberflächlich zu lesen und am Ende wenig Gewinn davon zu haben. Für mich war es so, dass bis zu einem Kapitel pro Tag mir gut getan hat. Jedoch lässt sich das auch nicht so pauschal sagen, da Kapitel auch teilweise sehr lang sein können. Manchmal reichen auch zwischen 8-12 Verse am Tag oder vielleicht sogar nur eine kurze Geschichte, die dafür aber intensiv durchdacht wird. Worauf ich hinaus will: Es ist gut, die Bibel zu lesen. Noch besser ist es, wenn sich daraus für euch ein Gewinn in Form von Dingen ergibt, die Gott euch durch einen Abschnitt mitteilen möchte. Dafür ist es notwendig, sich Abschnitte intensiver zu Gemüte zu führen. Womit ich mich intensiver beschäftigt habe, damit kann Gott arbeiten. Die schönsten Tage beim Bibel lesen hatte ich dann, wenn der Abschnitt mir im Kopf blieb und ich noch den ganzen Tag weiter darüber nachdachte. Das ist aus meiner Sicht am besten dann gegeben, wenn man etwas weniger, dafür aber intensiver liest.

3. Leg dir ein Notizbuch an

Ein Notizbuch kann helfen, Texte genauer zu durchdenken. Darin können Erkenntnisse geschrieben werden, die beim Bibel lesen gekommen sind. Beim Aufschreiben durchdenkt ihr den Text dabei nochmal und schreibt das Relevante auf. Das Gute daran: Was ihr euch aufschreibt, quasi was durch eure Hände geht, bleibt im Kopf. Und nicht zuletzt habt ihr mit dem Notizbuch wie einen eigenen Bibelkommentar, den ihr als Grundlage für Andachten und Co. verwenden könnt. Ein ganz normales Notizbuch genügt. Falls ihr es jedoch etwas schicker möchtet, empfiehlt sich der Kauf eines gezielten Bibel Notizbuches. Ich persönlich nutze sie nicht, weil sie oft zu wenig Platz haben. Für den einen oder anderen ist diese Lösung aber vielleicht gut. Die Bibelliga bietet ein kostenloses Andachtstagebuch an, das ihr euch nach Hause schicken lassen könnt. Ansonsten gibt es auch noch das Buch „Bibelnotizen mit System„. Falls diese Bücher euch nicht zusagen, gebt einfach beim christlichen Onlineshop eures Vertrauens Stichworte wie „Bibel Notizbuch“ oder Ähnliches an.  Alternativ kann auch eine Bibel mit Schreibrand nützlich sein.

4. Nutze Bibellesehilfen

In Nehemia 8,8 heißt es: „Und sie lasen aus dem Buch, dem Gesetz Gottes, Abschnitt für Abschnitt und erklärten es, sodass man verstand, was gelesen wurde.“ (zitiert aus: Luther 2017 von der Deutschen Bibelgesellschaft). Es ist interessant, dass die Menschen, die nach dem babylonischen Exil die Tora vorgelesen bekamen, eine Erklärung brauchten. Der Grund ist ganz einfach: Die Zeit, in der das Buch des Gesetzes Gottes geschrieben war, war lange her. Auch hatten sie im Rahmen des Exils vieles wieder vergessen. Für uns ist die Zeit, in der die Bibel geschrieben wurde, auch lange her. Wir wissen nicht, wie die Schafzucht zur Zeit Jesu funktionierte oder wer die einzelnen fremden Gottheiten waren, die im Alten Testament erwähnt sind. Auch fällt es uns manchmal schwer, aus Texten wirklich gewinnbringende Erkenntnisse zu ziehen. Es kann deswegen helfen, beim Neubeginn mit dem Bibel lesen, eine Hilfe zu nutzen. Es gibt da mittlerweile verschiedene Dinge, die genutzt werden können. Der Bibellesebund bietet beispielsweise Zeitschriften für unterschiedliche Alter an, die nach dem Muster des Ökumenischen Bibelleseplans oder des Bibelleseplans kompakt arbeiten. Dort gibt es jeden Tag eine Erklärung zum Bibeltext. Auch Kommentare oder Studienbücher zur Bibel können helfen, gewinnbringendes aus den einzelnen Kapiteln heraus zu bekommen. Nicht zuletzt lohnt sich zu Stichworten auch ein Blick ins Bibellexikon. Das alles ist kein Muss, sondern ein Kann. Ich würde für den Anfang eine Bibellesezeitschrift empfehlen, da sie kurz und präzise die wichtigsten Informationen liefert, um einen Bibeltext zu verstehen. Zusätzlich dazu gibt es zumindest zum Ökumenischen Bibelleseplan auch täglich Wortbetrachtungen bei ERF Plus, die kostenlos auf deren Seite bezogen oder im Radioprogramm gehört werden können. Außerdem liefert die Radiosendung „Durch die Bibel“ einen kompletten Audiobibelkommentar, der mir auch schon die ein oder andere Stelle erhellt hat.

5. Nutze die Querverweise deiner Bibel

In vielen Bibeln sind Querverweise, die helfen können, schwierige Texte „aufzuschließen“. Diese sind eine gute Möglichkeit, deiner Bibellesezeit noch etwas mehr Tiefe zu verleihen. Meistens sind diese entweder am Rand oder im Fußbereich der Seite.

6. Das Wichtigste: Bete um den Heiligen Geist und um Weisheit

Die Bibel macht uns klar, dass prophetisches Wort keine Sache eigener Auslegung ist (2. Petrus 1,20) und dass der Heilige Geist uns in alle Wahrheit führen möchte (Johannes 16,13). Gleichzeitig sagt Jesus, dass Gott uns den Heiligen Geist gibt, wenn wir ihn darum bitten (Lukas 11,13). Gleichzeitig sagt Jakobus, dass wir um Weisheit bitten sollen und Gott sie uns geben wird (Jakobus 1,5). Bibel lesen ist eine geistliche Sache. Es ist etwas, bei dem Gott zu uns sprechen möchte und uns etwas für unser Leben oder auch für andere mitgeben möchte. Es ist eine Zeit, in der er uns Trösten möchte und uns neuen Mut schenken möchte. Deswegen ist es wichtig, dass wir betend Bibel lesen. Betend Bibel lesen bedeutet, dass ich Gott um Verständnis und den Heiligen Geist bitte. Es bedeutet zudem auch, darum zu beten, dass Gott uns hilft, das Gelernte in die Tat umzusetzen. Ich habe erleben dürfen, dass meine Andachtszeiten immer dann besonders gesegnet waren und sind, wenn ich Gott an meiner Seite habe, der mir hilft, den Text zu verstehen. Deswegen möchte ich dir Mut machen: Lies betend. Und bete auch weiter, wenn du etwas nicht verstehst. Gott möchte dir helfen. Vielleicht wirst du nicht alles sofort verstehen (das tu ich bis heute auch nicht), aber du wirst mehr verstehen als zuvor.

Fang noch heute an!

Ich möchte dir Mut machen, dass du dir regelmäßig Zeit nimmst, um in der Bibel zu lesen. Für mich gehört es dazu, dass ich morgens vor allem anderen bete und in der Bibel lese. Ohne das würde ich mich fühlen, als ginge ich unvorbereitet und ohne Frühstück in den Tag. Gott möchte zu dir sprechen durch sein Wort, er möchte dich führen und trösten, dir Kraft geben und helfen. Und nicht zuletzt möchte er, dass du von seiner unendlichen Liebe zu dir erfährst. Deswegen mach ich dir Mut: Beginn noch heute mit dem Bibel lesen. Es lohnt sich 🙂

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